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Unter dem Pflasterstein…

Bild von Buchladen in der Schanze

„Man beruft sich für das, was man an Israel so alles auszusetzen hat, gerne auf Juden. Besonders gut beherrscht das die Linke, die ihren Antisemitismus hinter diesen Kronzeugen zu verstecken sucht, sich dabei im Laufe der Zeit aber immer dämlicher angestellt hat, weshalb nun schon länger einigen aufgefallen ist, dass da bloß ein antisemitisches Bedürfnis seine Kanalisation sucht. Aber das ficht die Aufrechten selbstmurmelnd nicht an. Und so machte beispielsweise ein so genannter Szene-Buchladen in Hamburg bereits in seinem Schaufenster überdeutlich, welche, sagen wir, Zielgruppe er sich vorstellt – und welche nicht. Etwas spröde, die Deko, aber stringent und eindeutig: Ausgestellt ist natürlich Felicia Langer nebst Norman Finkelsteins ‚Antisemitismus als politische Waffe‘, und auch Sumaya Farhat-Naser darf mit ihrem „Thymian und Steine“ nicht fehlen. Dann platziert man noch Amir Gutfreunds ‚Unser Holocaust‘ in der oberen Reihe, natürlich vor allem deshalb, weil der Autor der Ansicht ist, auch in Israel könne im schlimmsten Fall Ähnliches geschehen wie in Nazideutschland. Darf man selber ja nicht sagen.

Als Blickfang dient schließlich zweierlei: Zum einen ein Fotoband mit dem Titel ‚Vision: Palestine‘, den die Agentur der Autorin so bewirbt: ‚Andrea Künzig war mit ihrer Kamera dabei, als Jassir Arafat 1994 nach dreißigjährigem Exil die Grenzen zum Gazastreifen überschritt und die pälestinensischen [sic!] Gebiete in die Selbstverwaltung übergingen. […] Die politische Dimension des israelisch-palästinensischen Konflikts ist dabei als ‚Subtext’ immer vorhanden.‘ Was man sich ziemlich gut vorstellen kann, wenn jemand nachgerade davon beseelt ist, den Meister bei seinem Weg über den Rubikon ins Bild zu setzen. Und zum anderen klebt da mitten im Schaufenster ein Ausschnitt aus der taz: ‚Vertreter des Zentralrats kritisiert Israel‘, liest man schon von ferne; ordentlich sind per Hand Quelle und Datum hinzugefügt. Damit glaubt man sich dann quasi aus dem Schneider. Noch viel billiger geht’s allerdings nicht. Manchmal ist es schade, dass es eine Preisbindung für Bücher gibt. Aber nur manchmal. (…)

Update: Ein Accessoire im Schaufenster blieb zu Unrecht ohne Würdigung – der obligatorische Pflasterstein links neben dem Bildband. Das Miniaturmodell einer Katjuscha-Rakete lag zum Zeitpunkt der Aufnahme vermutlich noch beim deutschen Zoll. “

via Lizas Welt